LMTD (Log Mean Temperature Difference)
Auch bekannt als: Logarithmische mittlere Temperaturdifferenz · LMTD-Methode
Mittlere Temperaturdifferenz im Wärmetauscher, logarithmisch gemittelt für genauere Auslegungsrechnung.
📖 Definition
LMTD (Log Mean Temperature Difference) ist die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz zwischen zwei Fluiden in einem Wärmetauscher. Sie berücksichtigt, dass die Temperaturdifferenz entlang des Wärmetauschers nicht konstant ist, sondern sich ändert. LMTD wird für die Berechnung der erforderlichen Wärmeübertragungsfläche bei bekannten Ein- und Austrittstemperaturen verwendet.
⚙️ Technische Details
Parameter
| Parameter | Einheit | Typischer Bereich | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| LMTD | K oder °C | - | Logarithmisch gemittelte Temperaturdifferenz |
| ΔT₁ | K | - | Temperaturdifferenz am einen Ende |
| ΔT₂ | K | - | Temperaturdifferenz am anderen Ende |
| F-Faktor | - | 0,7–1,0 | Korrekturfaktor für Mehrpassanordnungen |
Formeln
LMTD = (ΔT₁ - ΔT₂) / ln(ΔT₁/ΔT₂)Für reinen Gegenstrom
LMTD_korr = F · LMTD_GegenstromF-Faktor für Kreuzstrom/Mehrpass
Q = k · A · LMTDBestimmung der Fläche A
Hinweise
- Gegenstrom hat höhere LMTD als Gleichstrom
- LMTD-Methode setzt konstanten k-Wert voraus
- Bei Temperaturkreuzung (ΔT₁ und ΔT₂ unterschiedliches Vorzeichen) ist LMTD nicht definiert
Relevante Normen
🔄 ETO-Prozesseinordnung
LMTD ist die Basis-Methode zur Wärmetauscher-Auslegung bei bekannten Temperaturen. Sie bestimmt zusammen mit k-Wert und Wärmeleistung die erforderliche Übertragungsfläche.
⚠️ Typische Fehler
- •Verwendung der arithmetischen statt logarithmischen Mittelung
- •Vergessen des F-Faktors bei Kreuzstrom oder Mehrpass
- •Anwendung bei stark variablen Stoffwerten (besser: Segmentierung)
- •Verwechslung von Gegenstrom- und Gleichstrom-LMTD
💡 Entscheidungshilfe
- →Wenn alle 4 Temperaturen bekannt → LMTD-Methode verwenden
- →Wenn nur ein Temperaturausgang gesucht → NTU-Methode oder Iteration
- →Wenn LMTD < 5 K → Wärmetauscher wird sehr groß, Prozess überprüfen
🔗 ZILEX-Bezug
ZILEX berechnet LMTD automatisch aus den eingegebenen Temperaturen und korrigiert mit dem passenden F-Faktor für die gewählte Bauart. Die Methode wird für alle Standard-Anwendungen verwendet.
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