Zum Hauptinhalt springen
Druckgeräte & Normen

PED (Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU)

Auch bekannt als: Pressure Equipment Directive · DGRL · Druckgeräterichtlinie

EU-Richtlinie für Sicherheitsanforderungen an Druckgeräte über 0,5 bar – regelt Design, Herstellung und CE-Kennzeichnung.

KernbegriffAktualisiert: 2026-02-23

📖 Definition

Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (PED) ist eine EU-Verordnung, die Sicherheitsanforderungen für Druckgeräte mit einem maximal zulässigen Druck (PS) über 0,5 bar festlegt. Sie regelt Design, Herstellung, Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung von Druckbehältern, Rohrleitungen, Sicherheitsausrüstungen und druckhaltenden Ausrüstungsteilen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums.

⚙️ Technische Details

Parameter

ParameterEinheitTypischer BereichBeschreibung
Maximal zulässiger Druck (PS)bar> 0,5Schwellenwert für PED-Anwendbarkeit
Volumen (V)Liter-Für Druckbehälter relevant
Nennweite (DN)mm-Für Rohrleitungen relevant
Produkt PS × Vbar × L-Bestimmt die Kategorie

Hinweise

  • Kategorien I bis IV mit steigenden Anforderungen
  • Artikel 4.3 definiert Ausnahmen unterhalb bestimmter Schwellenwerte
  • Fluidgruppe 1 (gefährlich) vs. Gruppe 2 (nicht gefährlich) beeinflusst Kategorie

Relevante Normen

2014/68/EUEN 13445EN 13480EN 764

🔄 ETO-Prozesseinordnung

Bei der Konfiguration von Wärmetauschern und Druckbehältern bestimmt die PED-Kategorie die erforderlichen Prüfungen, Dokumentation und Zertifizierung. Dies beeinflusst Kosten, Lieferzeit und Herstellerauswahl.

auslegungkonfigurationangebotfertigung

⚠️ Typische Fehler

  • Verwechslung von Betriebsdruck und maximal zulässigem Druck (PS)
  • Falsche Einstufung der Fluidgruppe (gefährlich vs. nicht gefährlich)
  • Unterschätzung der Dokumentationsanforderungen für höhere Kategorien
  • Annahme, dass CE-Kennzeichnung automatisch PED-Konformität bedeutet
  • Vernachlässigung der Baugruppen-Regelung bei kompletten Systemen

💡 Entscheidungshilfe

  • Wenn PS ≤ 0,5 bar → PED nicht anwendbar
  • Wenn Fluidgruppe 1 und Gas → strengere Kategorisierung als Flüssigkeit
  • Wenn Kategorie III oder IV → benannte Stelle (Notified Body) erforderlich
  • Wenn Artikel 4.3 greift → keine CE-Kennzeichnung nach PED, aber gute Ingenieurpraxis

🔗 ZILEX-Bezug

Der ZILEX PED-Klassifizierungsrechner ermittelt automatisch die korrekte Kategorie basierend auf Druck, Volumen und Medium. Das Ergebnis wird in der Produktkonfiguration berücksichtigt und in der Dokumentation ausgewiesen.

To the Engineering Tools

Häufige Fragen

Wann muss ein Wärmetauscher nach PED zertifiziert werden?
Ein Wärmetauscher fällt unter die PED, wenn der maximal zulässige Druck (PS) über 0,5 bar liegt und das Produkt aus PS × V die Schwellenwerte der Richtlinie überschreitet. Die genaue Kategorie hängt von Druck, Volumen und Fluidgruppe ab.
Was ist der Unterschied zwischen PED-Kategorie I und IV?
Kategorie I erfordert nur interne Fertigungskontrolle durch den Hersteller. Kategorie IV verlangt eine vollständige Qualitätssicherung mit Designprüfung und Überwachung durch eine benannte Stelle (Notified Body).
Gilt die PED auch für Rohrleitungen?
Ja, Rohrleitungen fallen unter die PED, wenn PS > 0,5 bar und DN > 25 mm (Fluidgruppe 1, Gas) bzw. DN > 32 mm oder 200 mm je nach Fluid und Druck. Die Kategorisierung erfolgt über DN × PS.
Back to Overview